Was ist Paarlauf im Eiskunstlauf?
Nach dem ISU-Regelwerk laufen im Paarlauf eine Frau und ein Mann zusammen. Das Regelwerk beschreibt ihn als das Laufen zweier Personen im Gleichklang, die ihre Bewegungen so harmonisch ausführen, dass der Eindruck von echtem Paarlauf entsteht, anders als beim unabhängigen Einzellauf. Eine kurze Definition steht im Glossar unter Paarlauf.
Die Partner müssen nicht immer dieselben Bewegungen zeigen und dürfen sich zwischendurch trennen. Dabei müssen sie aber einen Eindruck von Gleichklang und Harmonie in Programmaufbau und Ausführung vermitteln.
Wie läuft ein Paarlauf-Wettkampf ab und welche Elemente gehören dazu?
Bei ISU-Wettbewerben besteht der Paarlauf aus zwei Teilen: dem Kurzprogramm und der Kür. Das Kurzprogramm hat bei Senioren und Junioren sieben vorgeschriebene Elemente, ihre Reihenfolge ist frei. Die Liste der Elemente wechselt jeweils zum 1. Juli. Für die Saison 2026/27 verlangt die ISU bei den Senioren:
- eine Hebung mit Absprung aus Gruppe 3 (Hand an Hüfte oder Oberschenkel)
- einen doppelten oder dreifachen Twistlift
- einen doppelten oder dreifachen Wurfsprung
- einen doppelten oder dreifachen Solosprung
- eine Paarpirouettenkombination
- die Todesspirale vorwärts innen
- eine Schrittfolge, die die Eisfläche vollständig nutzt
Bei den Junioren sind Wurfsprung und Solosprung enger vorgegeben: ein doppelter oder dreifacher Loop-Wurfsprung (der Rittberger heißt im Regelwerk Loop) und ein doppelter Lutz oder doppelter Axel als Solosprung.
Die Kür ist ein ausgewogenes Programm zu Musik nach eigener Wahl. Ein gutes Programm enthält laut ISU Bewegungen des Einzellaufs, die beide gleichzeitig spiegelbildlich (Mirror Skating) oder parallel (Shadow Skating) zeigen. Dazu kommen typische Paarelemente wie Paarpirouetten, Spiralen, Hebungen und Sprünge mit Hilfe des Partners, die Schritte und andere Bewegungen harmonisch verbinden. Die Elemente im Einzelnen, samt Level und Bewertung, erklärt der Ratgeber Eiskunstlauf-Elemente.
Hebungen
Die ISU teilt Hebungen nach dem Griff in fünf Gruppen ein: Gruppe 1 mit Achselgriff, Gruppe 2 mit Taillengriff, Gruppe 3 mit Hand an Hüfte oder Oberschenkel, Gruppe 4 als Hand-an-Hand-Griff vom Typ Press Lift und Gruppe 5 als Hand-an-Hand-Griff vom Typ Lasso Lift. Maßgeblich ist der Griff in dem Moment, in dem die Frau den Kopf des Mannes passiert. In den Gruppen 3 bis 5 muss der hebende Arm voll gestreckt sein, und der Mann braucht mindestens eine Umdrehung.
Twistlift
Beim Twistlift fängt der Mann die Frau in der Luft an der Taille auf und begleitet sie zu einer sanften Landung auf einem Fuß. Im Kurzprogramm ist der Absprung der Frau auf Lutz oder Flip beschränkt, in der Luft dreht sie sich zwei- oder dreimal. In der Kür gibt es keine Grenze für die Zahl der Umdrehungen, und auch Toeloop- oder Axel-Absprünge der Frau sind erlaubt.
Wurfsprung
Ein Wurfsprung ist ein Sprung mit Hilfe des Partners: Der Mann wirft die Frau beim Absprung in die Luft, sie landet ohne seine Hilfe auf der Rückwärts-Außenkante. Einen Überblick über die Sprungarten gibt der Ratgeber Eiskunstlauf-Sprünge erklärt.
Todesspirale
Bei der Todesspirale kennt die ISU vier Arten: rückwärts außen, vorwärts innen, rückwärts innen und vorwärts außen. In der Endposition müssen beide Partner mindestens eine Umdrehung zeigen, der Mann mit deutlich gebeugten Knien in voller Drehposition. Die Frau läuft auf einer sauberen Kante, den Kopf nahe am Eis, und darf das Eis weder mit dem Kopf noch mit der freien Hand berühren. Im Kurzprogramm ist die Art vorgeschrieben, in der Saison 2026/27 die Todesspirale vorwärts innen.
Paarpirouette
Für eine Paarpirouettenkombination verlangt das Regelwerk mindestens zwei verschiedene Grundpositionen mit je zwei Umdrehungen beider Partner. Beide Partner wechseln mindestens einmal die Position und einmal den Fuß, insgesamt sind mindestens acht Umdrehungen nötig.
Worin unterscheidet sich Paarlauf von Eistanz und Einzellauf?
Wie der Einzellauf besteht der Paarlauf bei ISU-Wettbewerben aus Kurzprogramm und Kür, der Eistanz dagegen aus Rhythmustanz und Freiem Tanz. Bei den Programmkomponenten verlangt die ISU in Paarlauf und Eistanz außerdem die gleichwertige Darstellung durch beide Läufer. Wurfsprünge, Twistlifts und Todesspiralen sind Paarlauf-Elemente, im Eistanz nennt das Regelwerk dagegen Tanzhebungen und Twizzles. Der ausführliche Vergleich steht im Ratgeber Eistanz und Paarlauf: Disziplinen im Eiskunstlauf. Zu den Nachbardisziplinen gibt es eigene Seiten für Eistanz und Einzellauf.
Welche Klassen und Meisterschaften gibt es im Paarlauf in Deutschland?
Der DKB (Stand Juni 2024) der Deutschen Eislauf-Union nennt das Paarlaufen in der Meisterklasse, in der Juniorenklasse und in der Nachwuchsklasse (Advanced Novice). Deutsche Meisterschaften für Paare gibt es in der Meisterklasse und bei den Junioren. Im Nachwuchs laufen Advanced-Novice-Paare bei den Deutschen Meisterschaften für Nachwuchs und im Deutschland-Pokal. Artikel 2 des DKB regelt außerdem die Teilnahme von Paaren der Juniorenklasse am Deutschland-Pokal. Die Altersbedingungen nennt der DKB nicht selbst, er verweist dafür auf weitere Bestimmungen (DFBest. DKBEK Nr. 3 und 4).
Welche Wettbewerbe gibt es im Paarlauf?
26 kommende Wettbewerbe, nach Altersstufe gegliedert. Ein Wettbewerb erscheint in jeder Stufe, die er ausschreibt.
Senioren
Junioren
Novice
Minis und Youth
Adults und Masters
Weitere Wettbewerbe
Wo kann ich Paarlauf betreiben?
Welche Vereine auf eiskunstlauf.de die Disziplin Paarlauf eingetragen haben, zeigt die Liste. Weitere Vereine findest du auf der Seite Vereine. Ob ein Verein Paarlauf anbietet, klärst du am besten direkt dort. Einen Einstieg in den Sport gibt der Ratgeber Eiskunstlauf lernen.
Häufige Fragen
Darf im Paarlauf Musik mit Gesang laufen?
Ja. Nach den ISU-Regeln ist Gesang mit Text im Paarlauf erlaubt, sowohl im Kurzprogramm als auch in der Kür.
Wie viele Hebungen und Wurfsprünge sind in der Kür erlaubt?
Nach den Regeln der ISU enthält die Senioren-Kür höchstens zwei Hebungen, die nicht beide aus derselben Gruppe stammen dürfen, außerdem höchstens eine choreografische Paarhebung, einen Twistlift und zwei verschiedene Wurfsprünge. Zusätzliche Elemente über diese Zahlen hinaus zählen nicht für das Ergebnis.
Muss bei der Todesspirale ein Schlittschuh der Frau auf dem Eis bleiben?
Ja, ein Schlittschuh der Frau muss während der gesamten Todesspirale auf dem Eis bleiben. Zeigt ein Paar im Lauf eines Programms mehrfach eine Bewegung, bei der beide Kufen vom Eis sind, ist das zu bestrafen.
Müssen beide Partner in der Wertung gleich viel zeigen?
Ja, bei den Programmkomponenten muss laut ISU jeder Partner die Kriterien gleichwertig zeigen. Wie Punkte entstehen, erklärt der Ratgeber Regeln und Wertung im Eiskunstlauf.
Weiter im Thema
- Glossar: Paarlauf
- Ratgeber: Eistanz und Paarlauf im Vergleich
- Ratgeber: Eiskunstlauf-Elemente
- Ratgeber: Regeln und Wertung
- Ratgeber: Berühmte Eiskunstlauf-Paare
- Disziplin: Eistanz
- Disziplin: Einzellauf
- Disziplin: Synchroneiskunstlauf
- Termine und Wettbewerbe
Quellen
- ISU Sports Rules Single & Pair Skating and Ice Dance, as of 1 June 2026 (wirksam ab 12. Juni 2026), Regeln 300, 335, 504, 619 bis 621
- Deutsche Eislauf-Union: Deutsche Eiskunstlaufbestimmungen (DKB), Stand Juni 2024 (Art. 1 Nr. 1.1 und 2, Art. 2)
- ISU Technical Panel Handbook Pair Skating 2026-2027 (Stand 15. Juli 2026)
Stand: 14. Oktober 2026. Deutsche Eiskunstlaufbestimmungen (DKB) der DEU: Stand Juni 2024.
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