Regeln und Wertung im Eiskunstlauf

Ratgeber

Im Eiskunstlauf ergibt sich die Wertung aus der Summe von Elementepunktzahl und Programmkomponentenpunktzahl, abzüglich der Abzüge; wer die höchste Gesamtpunktzahl hat, gewinnt.

Wer bewertet was?

Die Bewertung ist zwischen zwei Gruppen aufgeteilt: Das Technical Panel benennt, was gelaufen wurde, die Richter beurteilen, wie gut es gelaufen wurde.

Laut ISU besteht das Technical Panel aus einem Technical Controller und zwei Technical Specialists aus verschiedenen ISU-Mitgliedsländern. Die Spezialisten identifizieren und benennen die ausgeführten Elemente und ihre Schwierigkeitsstufen. Bei einem Spin rufen sie nach Angaben der ISU den Spin und seine Schwierigkeitsstufe auf.

Die Richter evaluieren dagegen ausschließlich die Ausführungsqualität und die Darbietungsqualität jedes Elements. Pro Programm-Teil gibt es maximal 9 Richter.

Wie setzt sich die Gesamtpunktzahl zusammen?

Laut ISU ist die Gesamtpunktzahl eines Programm-Teils die Summe aus Elementepunktzahl und Programmkomponentenpunktzahl, abzüglich der Abzüge. Der Teilnehmer mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt. Wer sich für die Elementeseite im Detail interessiert, findet sie unter Technical Score erklärt.

Was bedeuten Basiswert, GOE und Level?

Jedes erforderliche Element hat einen Basiswert, die Ausführung wird darauf über die GOE nach oben oder unten verschoben, und das Level beschreibt die Schwierigkeitsstufe.

Nach Angaben der ISU haben alle erforderlichen Elemente im Kurzprogramm und in der Kür Basiswerte. Die Grade of Execution (GOE) wird auf einer Skala von +5 bis -5 vergeben. Die maximal mögliche GOE ist +5, die minimal mögliche -5.

Das Level gibt die Schwierigkeitsstufe eines Elements an, die die Technischen Spezialisten festlegen.

Schwierigkeit und Qualität werden also getrennt bewertet. Ein hohes Level sagt noch nichts über die GOE aus, denn sie kommt von den Richtern.

Welche Programmkomponenten gibt es?

Es gibt drei Programmkomponenten: Komposition, Präsentation und Skating Skills. Die Richter vergeben dafür Punkte auf einer Skala von 0,25 bis 10. Die ISU beschreibt die Komponenten so:

  • Komposition ist die absichtliche, entwickelte und/oder ursprüngliche Anordnung aller Bewegungstypen nach Proportions-, Einheits-, Raum-, Muster- und Musikstrukturprinzipien. Sie berücksichtigt auch die Verbindungen zwischen und innerhalb von Elementen, die Choreografie mit musikalischer Phrase und Form sowie Muster und Eisabdeckung.
  • Präsentation ist die Demonstration von Beteiligung, Hingabe und Engagement basierend auf dem Verständnis der Musik und Komposition. Berücksichtigt werden Ausdruckskraft und Ausstrahlung, Vielfalt und Kontrast von Energie und Bewegungen sowie musikalische Sensitivität und Timing.
  • Skating Skills berücksichtigen die Vielfalt von Kanten, Schritten, Kurven, Bewegungen und Richtungen, außerdem Gleichgewicht und Gleiten. Dazu kommt der Fluss, also die harmonische und mühelos wirkende Bewegung des ganzen Körpers.

Was ist der Unterschied zwischen Kurzprogramm und Kür?

Das Kurzprogramm schreibt bestimmte Elemente vor, die Kür ist eine ausgewogene Auswahl von Elementen.

Nach der ISU besteht das Kurzprogramm für Senioren und Junioren im Einzellauf aus sieben erforderlichen Elementen, ebenso das Kurzprogramm der Paare. Es muss eine Sprungkombination aus zwei Sprüngen enthalten. Die Kür besteht dagegen aus einer ausgewogenen Auswahl von Eiskunstlaufelementen wie Sprüngen, Spins und Schrittfolgen. Welche Sprünge es gibt, steht unter Eiskunstlauf-Sprünge erklärt.

Welche Abzüge gibt es?

Abzüge werden von der Gesamtpunktzahl abgezogen, zum Beispiel -1,0 für einen Sturz. Für Senioren und Junioren nennt die ISU in ihrer Abzugstabelle der Saison 2024/25 außerdem eine Zeitverletzung (-1,0 je 5 Sekunden Abweichung) und einen Kostümverstoß (-1,0). Einen Überblick über die Wettbewerbsformen gibt Disziplinen im Eiskunstlauf.

Quellen (Stand 2026-10-02)
Stand der Angaben: 02.10.2026.
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