Eiskunstlauf-Elemente: Sprünge, Pirouetten, Schrittfolgen und Spiralen im Überblick

Ratgeber

Zu den Eiskunstlauf-Elementen zählen laut ISU Sprünge, Pirouetten, Schrittfolgen und choreografische Elemente. Im Paarlauf kommen Hebungen, Wurfsprünge und Todesspiralen hinzu, im Eistanz Tanzhebungen und Twizzles. Welche Elemente Pflicht sind, legt das Regelwerk für jede Disziplin und jedes Programm einzeln fest. Die vier Disziplinen stellt die Seite Disziplinen im Eiskunstlauf vor. Den Unterschied zwischen Eistanz und Paarlauf erklärt der Ratgeber zu Eistanz und Paarlauf.

Welche Sprungelemente gibt es?

Die ISU unterscheidet drei Sprungelemente: den Einzelsprung, die Sprungkombination und die Sprungfolge. In einer Sprungkombination ist der Landefuß des einen Sprungs der Absprungfuß des nächsten. Eine volle Umdrehung auf dem Eis zwischen den Sprüngen ist erlaubt, solange das Gewicht nicht auf den freien Fuß wechselt.

In einer Sprungfolge ist der zweite oder der dritte Sprung ein Axel-Typ, den ein direkter Schritt von der Landekurve in die Absprungkurve einleitet. Ein Euler (halber Loop) zwischen zwei gelisteten Sprüngen bringt keine Punkte und zählt nicht zur erlaubten Sprungzahl. Die einzelnen Sprünge von Toeloop bis Axel stehen im Ratgeber Eiskunstlauf-Sprünge erklärt.

Welche Pirouetten gibt es?

Das Regelwerk kennt drei Basispositionen: Kamel, Sitz und aufrecht. Bei der Kamelpirouette ist das freie Bein nach hinten gerichtet und das Knie höher als die Hüfte. Bei der Sitzpirouette ist der obere Teil des Standbeins mindestens parallel zum Eis. Jede andere Position mit gestrecktem oder leicht gebeugtem Standbein gilt als aufrecht, dazu zählen auch Layback und Biellmann.

Eine Pirouette hat mindestens drei Umdrehungen. Eine einzelne Position zählt nur, wenn sie mindestens zwei Umdrehungen ohne Unterbrechung hält. Eine Pirouettenkombination braucht mindestens zwei verschiedene Basispositionen mit je zwei Umdrehungen und erhält den vollen Wert erst, wenn alle drei Basispositionen gezeigt werden. Eine Flugpirouette beginnt mit einem Sprung, vor dem Absprung darf keine Drehung auf dem Eis liegen. Mehr zu den Positionen steht im Glossar unter Pirouette.

Was ist eine Schrittfolge?

Eine Schrittfolge besteht aus Schritten und Drehungen und muss die Eisfläche vollständig nutzen. Schritte und Drehungen müssen gleichmäßig über die ganze Folge verteilt sein.

Die Schwierigkeit zählt in Stufen von Basic bis Level 4, je nach Zahl der erreichten Merkmale. Das Technical Panel Handbook nennt als Merkmale unter anderem Drehungen des ganzen Körpers in beide Richtungen, Körperbewegungen auf mindestens einem Drittel des tatsächlich gelaufenen Musters und zwei Kombinationen aus je drei schwierigen Drehungen auf verschiedenen Füßen.

Wo kommen Spiralen vor?

Im Einzellauf ist die Spirale kein eigenes Pflichtelement. Die ISU nennt sie als Beispiel für die Bewegungen einer choreografischen Sequenz, neben Arabesken, Spread Eagles, Ina Bauer, Hydroblading und Sprüngen mit höchstens zwei Umdrehungen. Eine solche Sequenz besteht aus mindestens zwei verschiedenen Bewegungen, Schritte und Drehungen dürfen sie verbinden. Sie hat einen festen Basiswert und wird nur über die GOE bewertet.

Daneben gibt es die choreografische Pirouette. Sie braucht mindestens drei aufeinanderfolgende Umdrehungen auf einer oder zwei Kufen. Im Paarlauf ist die Todesspirale dagegen ein eigenes Element.

Was ist im Kurzprogramm und in der Kür vorgeschrieben?

Das Kurzprogramm der Einzelläufer besteht bei Senioren und Junioren aus sieben Pflichtelementen: einem Axel, einem weiteren Einzelsprung, einer Sprungkombination, einer Flugpirouette, einer Pirouette in einer Position, einer Pirouettenkombination mit nur einem Fußwechsel und einer Schrittfolge. Welcher Sprung und welche Pirouettenart verlangt sind, unterscheidet sich nach Altersklasse und Geschlecht. Bei den Junioren wechselt es nach festen Gruppen von Saison zu Saison.

Die Kür ist ein ausgewogenes Programm mit Obergrenzen. Sie darf höchstens sechs Sprungelemente enthalten, darunter einen Axel-Typ, und höchstens drei Pirouetten: eine Pirouettenkombination, eine Flugpirouette und eine choreografische Pirouette. Dazu kommen höchstens eine Schrittfolge (bei Senioren) und eine choreografische Sequenz. Derselbe Sprungtyp darf unabhängig von der Zahl der Umdrehungen höchstens dreimal vorkommen, und von den Sprüngen mit drei oder mehr Umdrehungen dürfen nur zwei zweimal gezeigt werden.

Welche Elemente kommen im Paarlauf dazu?

Im Paarlauf teilt die ISU Hebungen nach dem Griff in fünf Gruppen ein. Maßgeblich ist der Griff in dem Moment, in dem die Partnerin den Kopf des Partners passiert. In den Gruppen 3 bis 5 muss der Partner die Arme voll strecken. Beim Twistlift muss der Partner die Partnerin in der Luft an der Taille fangen und ihr eine sanfte Landung auf einem Fuß ermöglichen. Der Wurfsprung ist ein partnerunterstützter Sprung: Der Partner wirft die Partnerin in die Luft, sie landet ohne Hilfe auf der Rückwärts-Außenkante.

Bei der Todesspirale kennt das Regelwerk vier Arten: rückwärts außen, vorwärts innen, rückwärts innen und vorwärts außen. Ein Schlittschuh der Partnerin bleibt dabei die ganze Zeit auf dem Eis.

Das Kurzprogramm der Paare hat sieben Pflichtelemente: eine Hebung, einen Twistlift, einen Wurfsprung, einen Solosprung, eine Pirouettenkombination, eine Todesspirale und eine Schrittfolge. Welche Hebungsgruppe und welche Todesspirale verlangt sind, legt die ISU in festen Gruppen je Saison fest. In der Kür gelten wieder Obergrenzen: höchstens zwei Hebungen, nicht beide aus derselben Gruppe, ein Twistlift, zwei verschiedene Wurfsprünge, ein Solosprung, eine Sprungkombination oder Sprungfolge und eine Todesspirale. Bei den Senioren kommen eine choreografische Hebung und eine choreografische Paarpirouette hinzu, bei den Junioren eine choreografische Paarpirouette.

Welche Elemente gibt es im Eistanz?

Im Eistanz gibt das Regelwerk keine feste Liste vor. Die ISU legt die Pflichtelemente für Rhythmustanz und Freien Tanz jedes Jahr in einer Mitteilung fest. Als mögliche Elemente nennt das Regelwerk für den Rhythmustanz Tanzhebungen, Tanzpirouetten, Drehfolgen, Schrittfolgen, Musterelemente aus den Pattern Dances und choreografische Elemente. Für den Freien Tanz stehen Tanzhebungen, Tanzpirouetten, Schrittfolgen, Drehfolgen und choreografische Elemente zur Wahl.

Ein Twizzle ist eine wandernde Drehung auf einem Fuß mit einer oder mehr Umdrehungen, die ohne Unterbrechung gedreht wird. In einem Twizzle-Set zeigt jeder Partner zwei Twizzles, jeweils mindestens eine volle Umdrehung und gleichzeitig mit dem anderen. Bei synchronisierten Twizzles liegen bis zu vier Schritte dazwischen, bei Sequential Twizzles höchstens ein Schritt.

Wie werden Elemente bewertet?

Jedes Element hat einen Basiswert, den die ISU in der Scale of Values veröffentlicht und für jede Saison aktualisiert (Grundwerte der Vierfachsprünge: Glossar Vierfachsprung). Bei Sprüngen zählen Sprungart und Umdrehungen, bei Pirouetten, Schrittfolgen, Hebungen, Twistlifts und Todesspiralen entscheidet das Level, das das Technical Panel nach der Zahl der Merkmale festlegt: Basic ohne Merkmal, Level 1 bis 3 mit einem bis drei Merkmalen, Level 4 mit vier oder mehr Merkmalen.

Die Richter bewerten die Ausführung mit der GOE auf einer Skala von +5 bis -5. Sprungkombinationen und Sprungfolgen zählen als eine Einheit: Die Basiswerte der Sprünge werden addiert, für die GOE gilt der Zahlenwert des schwierigsten Sprungs. Im Einzellauf erhalten die Basiswerte von Sprungelementen in der zweiten Programmhälfte den Faktor 1,1, im Kurzprogramm nur für das letzte Sprungelement, in der Kür für die letzten drei. Mehr dazu im Ratgeber Regeln und Wertung im Eiskunstlauf und unter Technical Score.

Welcher Sprung ist laut ISU am schwierigsten?

Nach der Rangfolge der ISU ist der Axel der schwierigste Sprung. Die Reihe lautet Toeloop, Salchow, Loop, Flip, Lutz, Axel. Die genauen Basiswerte hängen zusätzlich von der Zahl der Umdrehungen ab und stehen in der Scale of Values.

Zählen zusätzliche Elemente, wenn jemand mehr zeigt als erlaubt?

Nein. In der Kür gehen Elemente über die vorgeschriebene Zahl hinaus nicht ins Ergebnis ein, und es zählt nur der erste Versuch eines Elements.

Was ist der Unterschied zwischen Level und GOE?

Das Level beschreibt die Schwierigkeit eines Elements und wird vom Technical Panel nach den erreichten Merkmalen bestimmt. Die GOE bewertet, wie gut das Element ausgeführt wurde, und wird von den Richtern vergeben.

Quellen (Stand 2026-10-09)
Stand der Angaben: 13.10.2026.
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